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Eine zentrale Wahlveranstaltung der Freien Wähler und der WGK in der Dr.-Stammberger-Halle am Samstag, 14.02.2026, in Kulmbach mit dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber stand ganz im Zeichen eines klaren Signals: Der scheidende Landrat Klaus Peter Söllner (FW) bekannte sich mit außergewöhnlicher Deutlichkeit zu Oliver Hempfling (FW) als seinen Nachfolger im Amt des Landrats – und machte seine persönliche Wahlempfehlung zum emotionalen Höhepunkt des Vormittags. „Es ist jetzt nicht die Zeit für Experimente“, betonte Söllner. Vielmehr gehe es darum, einen erfolgreichen Weg mit neuen Methoden und frischen Impulsen fortzusetzen. „Dafür ist Oliver Hempfling der richtige Mann“, führte Söllner aus, der nach 30 Jahren im Amt bei der Kommunalwahl am 8. März nicht mehr antritt und für seine Ausführungen viel Beifall erhielt.
Hempfling sei ein „hervorragender Jurist“ mit außergewöhnlichem Sachverstand und hoher fachlicher Kompetenz. Gerade in Zeiten wachsender gesetzlicher Vorgaben brauche es an der Spitze des Landkreises jemanden, der komplexe Regelwerke nicht nur kenne, sondern rechtssicher anwenden und im Sinne der Bürger gestalten könne. Die Vorstellung, ohne juristische Expertise freier entscheiden zu können, wies Söllner entschieden zurück. Verantwortung bedeute, tragfähige und realistische Lösungen zu entwickeln – nicht einfach Versprechen zu machen. Hempfling habe über Jahre bewiesen, dass er gestalten wolle und könne. Er kenne die kommunalen Strukturen, sei tief im Ehrenamt verwurzelt und verstehe die Herausforderungen des Landkreises bis ins Detail.
Söllner hat sich auch zur Oberbürgermeisterwahl in der Stadt Kulmbach geäußert. Ralf Hartnack (WGK) sei der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort für die Stadt. Hartnack sei ein Mann mit Erfahrung, der zuhören könne, der umsetze und der einen ausgeprägten Gestaltungswillen mitbringe. Söllner zeigte sich überzeugt, dass Hartnack der richtige Oberbürgermeister für die große Kreisstadt Kulmbach sei und die Stadt erfolgreich weiterführen werde.
Zuvor hatte Hempfling selbst unter dem Leitgedanken „Es geht um Kulmbach“ seine Schwerpunkte vorgestellt. Die Wahl am 8. März sei eine Entscheidung von besonderer Tragweite. Mobilität, Infrastruktur, Glasfaserausbau, Angebote für junge Menschen, Unterstützung älterer Bürger und eine verlässliche Gesundheitsversorgung müssten konsequent aus Sicht des ländlichen Raums gedacht werden.
Ein zentrales Thema war für ihn die Rolle einer modernen Verwaltung. Verfahren müssten rechtssicher und zugleich praktikabel sein. Beim Bürokratieabbau machte Hempfling deutlich, dass gesetzliche Rahmenbedingungen überwiegend in Berlin und München gesetzt würden. Aufgabe des Landrats sei es, Bürger, Betriebe und Kommunen sicher durch diesen „Gesetzesdschungel“ zu führen. Grundlage für die Zukunft sei eine starke Wirtschaft mit verlässlichen Rahmenbedingungen und zügigen Verfahren.
Auch OB-Kandidat Ralf Hartnack stellte seine Ziele vor. Unter dem Motto „Anpacken für Kulmbach“ sprach er über Bauen und Wohnen, den Universitätsstandort, starke Bildungs- und Kulturangebote sowie Impulse für Handel und Tourismus – etwa durch neue Konzepte wie Pop-up-Stores. Kulmbach solle seine Tradition bewahren und zugleich innovative Chancen nutzen.
Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig führte aus, es gehe in der Kommunalwahl jetzt um strategische Weiterentwicklung und verlässliche Führung in herausfordernden Zeiten. Eine starke kommunale Ebene und die enge Zusammenarbeit mit der Landespolitik seien entscheidend, um die Interessen der Region wirksam zu vertreten.
Staatsminister Thorsten Glauber wies darauf hin, dass Kommunalpolitik die Ebene sei, auf der Entscheidungen unmittelbar bei den Menschen ankommen. Deutlich warnte er davor, dass politische Laufbahnen, die ausschließlich dem Muster „Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal“ folgen, häufig den Bezug zur praktischen Lebenswirklichkeit verlieren könnten. Wenn politische Entscheidungen nicht durch eigene berufliche Erfahrung geprägt seien, bestehe die Gefahr, dass sie sich zu weit von den realen Herausforderungen der Menschen entfernten. Gerade deshalb sei es wichtig, dass Persönlichkeiten mit echter Erfahrung Spitzenpositionen übernehmen.